Mein Freund, heute ist es soweit -
ich muß mich von Dir trennen.



Lieber Tino.

Heute, am 16. Juni 2005, steht unser schwerster Tag bevor. Unser gemeinsames schönes Leben wird gleich zu Ende sein...

Vor einem Jahr hast Du noch eine Operation wg. Deinem Hodenkrebs tapfer überstanden und ich bin froh, daß ich mich dazu entschlossen habe.
Obwohl Du schon fast 13 Jahre alt warst. Aber Dein gutes Herz und Dein starker Wille haben Dich auch diese Strapaze überstehen lassen.

Nur bei Deiner angeborenen HD und der Arthrose, die im Alter noch hinzu kam, konnte ich Dir leider nicht helfen. Mit Schmerztabletten habe ich versucht, Dir im letzten Jahr das Leben zu erleichtern und glaube, daß Du noch schöne Monate hattest.

Du warst nie ein Hund, der sich beklagte oder jammerte. Wie oft habe ich Dich in letzter Zeit meinen " Indianerhund " genannt - weil ein Indianer angeblich ja keinen Schmerz kennt. Du bist gestolpert, bist auch schon mal hingefallen - und immer wieder aufgestanden und tapfer weitermarschiert. Doch in den letzten Tagen ist es immer schlimmer geworden.

Außerdem war wohl auch Dein Bäuchlein nicht mehr in Ordnung, Magen und Darm haben öfters revoltiert. Ich habe alles versucht, damit Du gesund wirst, aber es ging nicht mehr. Das Treppensteigen ging seit langer Zeit nicht mehr - zum Glück gab es einen lieben Menschen, der Dich seit Monaten die 29 Stufen hinaufgetragen hat, 2 - 3 mal am Tag. Ich habe es nicht mehr fertig gebracht, zuzusehen, wie Du immer kraftloser wurdest und ich wollte Dir ein Dahinsiechen nicht antun. Das hast Du einfach nicht verdient !

Du weißt, daß Du mir damals geholfen hast, meine Krankheit zu besiegen - wofür ich Dir ewig dankbar bin. Nun bin ich an der Reihe, Dir zum letzten Mal zu helfen. Ich habe lange überlegt, der Entschluß ist so schwer. Es wäre schöner gewesen, wenn Du friedlich von alleine eingeschlafen wärst. Aber Dein Herz ist zu stark, Du hättest Dich nur gequält.

Der Tierazt ist bestellt, Du wirst in Deiner vertrauten Umgebung und umgeben von den Menschen, die Du liebst, Deinen letzten Gang antreten und nicht in den sterilen Räumen der Tierarztpraxis. Ich halte Dich im Arm, als Du Deine letzte Spritze im Leben bekommst, spreche Dir gut zu und habe das Gefühl, daß Du ohne Angst Deinen letzten Weg gehst.Es geht schnell, Du schläfst ganz friedlich ein, ich streichle Deinen Kopf und Rücken, auch als Du schon nicht mehr auf dieser Welt bist.

Ich hoffe, Du warst mit Deinem Leben
und Deinem Frauchen und aller Liebe,
die ich Dir gegeben habe, zufrieden
und glücklich


Verzeih mir, wenn ich den Zeitpunkt Deines Ablebens bestimmt habe - ich habe es nur gut mit Dir gemeint.Gerne hätte ich noch ein paar Wochen oder Monate mit Dir verbracht. Doch meinen Egoismus, Dich noch zu behalten,über Dein Wohlergehen zu stellen, nein, das habe ich auch nicht fertiggebracht.


Du hast ein schönes Begräbnis bekommen, das letzte, was ich noch für Dich tun konnte. Und alle, die Dich liebten, waren dabei.

Heute habe ich Dir noch Dein Herz gebracht, den Schlüsselanhänger, den Du so liebest und den Du mir immer so gerne abgenommen hast. Denn Du wusstest immer, so lange Du den in Deiner Schnauze trägst, kann ich nicht weg. Einen schönen Gedenkstein bekommst Du auch noch, den mache ich Dir selbst...

   Und eines Tages sehen wir uns an der Regenbogenbrücke wieder
   und niemand wird uns wieder trennen. Bis dahin wünsche ich Dir
   ein schönes Leben in einer anderen Dimension und ich habe das
   Gefühl, daß Deine Seele noch hier ist, Du mich beobachtest und
   ich Dich nur nicht mehr sehen kann.




Leb wohl mein treuer Freund - ich hab' Dich ganz doll lieb und werde Dich NIE vergessen.

Dein Frauchen

Für Deinen weiteren Weg - wohin auch immer - gebe ich Dir einen kleinen Schutzengel mit....